KfW-Effizienzhaus

Das Massivhaus als Energiesparhaus, Niedrigenergiehaus oder Effizienzhaus

Ob Niedrigenergiehaus, Effizienzhaus, Nullenergiehaus oder auch Passivhaus: Wenn es um energiesparende Häuser geht, haben Verbraucher heute eine ganze Menge Möglichkeiten. Die unterschiedlichen Klassen der Energiesparhäuser bringen natürlich auch unterschiedliche Bedingungen und Anforderungen mit, die es bei der Wahl des richtigen Energiesparhaus, zum Beispiel einem Niedrigenergiehaus, zu beachten gilt. Ebenso werden bestimmte Bauten dieser Art vom Bund, den Ländern und vielen Kommunen mit Fördergeldern und Tilgungszuschüssen unterstützt. Die nächsten Abschnitte erklären sowohl die verschiedenen Energiesparhaus-Varianten als auch die Perspektiven hinsichtlich der Fördermöglichkeiten.

 

 

Was ist ein Effizienzhaus?

Bei dem Begriff "Effizienzhaus" handelt es sich vorrangig um ein Qualitätszeichen, welches von dem Bundesministerium für Verkehr, Stadtentwicklung und Bau, der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) und der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ins Leben gerufen wurde. Anders als bei vielen weiteren Energiesparhäusern unterteilt sich das Effizienz-Haus in verschiedene Klassen, die sich auf die Energieeffizienz beziehen. Bei der Klassifizierung sind der Primärenergiebedarf und der Transmissionswärmeverlust ausschlaggebend.

Zum 1. April 2016 werden die Bedingungen, die an ein von der KfW gefördertes Haus gestellt werden, erneut verschärft. Der maximale Förderbetrag wird allerdings auf 100.000 Euro erhöht, außerdem werden Darlehenslaufzeiten von 20 bis 30 Jahren mit einer Zinsbindung von bis zu 20 Jahren eingeführt.

 

Wir stellen hier die dann gültige Situation nachfolgend dar:

 

KfW 40 - Haus

Ein KfW-Haus 40 darf nach EnEV 2014 im Vergleich zu einem Standard-Haus (Referenzgebäude) einen Jahres-Primärenergiebedarf von höchstens 40 % haben. Die Transmissionswärmeverluste müssen sich – ebenfalls verglichen mit einem standardisierten Referenzgebäude – auf höchstens 55 % beschränken.

 

KfW 40 Plus-Haus

Diese Variante wird neu eingeführt und beinhaltet die Anforderungen an ein KfW 40-Haus (s. o.) zuzüglich eines sog. Plus Pakets. Dieses enthält

  • eine stromerzeugende Anlage, die auf der Basis von erneuerbaren Energien betrieben werden muss,
  • einen stationären Stromspeicher,
  • eine Lüftungsanlage, die über Wärmerückgewinnung verfügt und
  • ein Benutzerinterface, mit dem sowohl die Stromerzeugung als auch der –verbrauch visualisiert werden können.

Darüber hinaus werden noch weitere Anforderungen gestellt:

  • Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien muss auf dem Grundstück und in direkter räumlicher Nähe zum Gebäude oder seinen Nebengebäuden (z. B. Schuppen) stattfinden.
  • Der selbst erzeugte Strom sollte überwiegend selbst genutzt werden. Dies muss durch eine Vorrangschaltung sichergestellt werden.
  • Der Wärmebereitstellungsgrad der Wärmerückgewinnung innerhalb der Lüftungsanlage muss bei wenigstens 80 % liegen.
  • Es wird eine Strommenge festgelegt, die mindestens jährlich selbst erzeugt werden muss. Sie beträgt die Summe aus 500 kWh/a pro Wohneinheit und 10 kWh/(m2a) bezogen auf die Gebäudenutzfläche (Quelle: KfW).

 

KfW 55 - Haus

Der Standard KfW 55 erreicht mit einem maximalen Jahres-Primärenergiebedarf von 55 % einen höheren Wert als die vorigen beiden Hausvarianten. Dies gilt auch bei den Transmissionswärmeverlusten, die sich auf maximal 70 % belaufen dürfen. Mit dem Inkrafttreten der neuen Förderbedingungen gilt für diesen Haustyp ein vereinfachtes Nachweisverfahren, das sog. KfW-Effizienzhaus 55 nach Referenzwerten.

 

KfW 70 - Haus

Dieser Standard gehört nicht mehr zu den geförderten KfW-Häusern, sondern wurde zum 31. März 2016 aus dem Programm genommen. Seine Kennwerte sind dann der Maßstab für die Referenzhäuser.

 

Standards außerhalb der Klassifikation von KfW-Effizienzhäusern

 

Nullenergiehaus

Eine weitere Bauvariante von Häusern ist das sogenannte „Nullenergiehaus“. Hier soll der externe Energiebezug des Hauses im Laufe des Jahres durchschnittlich durch die eigene Energiegewinnung aufgewogen werden. Dabei kommen zum Beispiel Solaranlagen in Betracht. Es wird außerdem oft Wert auf große Fensterflächen gelegt, die nach Süden hin ausgerichtet sind und somit effizient das Licht der Sonne auch im Winter nutzen können. Natürlich müssen auch die Außenflächen der Gebäude, also Fassaden, Dächer, Fenster oder Türen, mit einem hohen Wärmedämmwert ausgestattet sein. Die Luftdichtheit oder auch Winddichtheit spielen hier ebenfalls eine Rolle. Das Nullenergiehaus leitet sich von der Idee des Passivhauses ab. Siehe auch

 

Passivhaus

Wie oben schon angesprochen, ist das Passivhaus sozusagen der Vorgänger des Nullenergiehauses. Hier allerdings wird unter dem Begriff verstanden, dass sich ein Haus durch eine ausgezeichnete Wärmedämmung, und nicht nur durch eine klassische Gebäudeheizung aufheizen muss. Allerdings ist dies nicht immer ganz umsetzbar, sodass die Kriterien für ein Passivhaus etwas anders aussehen. Nach dem Passivhausinstitut in Darmstadt darf der Heimwärmebedarf 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter im Jahr nicht überschreiten. Doch warum werden diese Häuser eigentlich als Passivhaus bezeichnet? „Passiv“ bedeutet in diesem Fall, dass so gut wie jeder Wärmebedarf des Hauses aus passiven Bereichen gewonnen und abgedeckt wird. So werden zum Beispiel die Sonne und deren Strahlung genutzt oder auch die „Abwärme“ von Personen und Geräten. Zu beachten ist auch, dass ein solches Haus keine eigentliche Bauweise ist, sondern vielmehr ein Baustandard, der bezüglich der Architektur und der Ökologie erhöhte Ansprüche stellt.

 

Plusenergiehaus

Zu guter Letzt soll an dieser Stelle noch das Plusenergiehaus beschrieben werden. Das Plusenergiehaus ist dem Nullenergiehaus sehr ähnlich. In der jährlichen Bilanz greift ein Plusenergiehaus darauf zurück, mehr „eigene“ Energie gewonnen zu haben, als man von außen in Form von Gas, Heizöl oder anderen Energieträgern zuführen musste. Heizwärme und Warmwasser werden hierbei selbst gewonnen, dafür kommen Solarthermie- oder auch Fotovoltaikanlagen infrage. Allerdings wird in der Energie-Kalkulation nicht berücksichtigt, wie sich der Primärenergiebedarf zusammensetzt. Das heißt: Herstellung, Transport etc. werden nicht berücksichtigt. Sie werden darum auch als „graue Energie“ bezeichnet.

 

 

Effizienzhaus: Zuschüsse und Förderungen

Für den energieeffizienten Hausbau kann man öffentliche Förderungen bekommen. Über die Kreditanstalt für Wiederaufbau kann zum Beispiel ein Tilgungszuschuss für ein KfW-Effizienzhaus 55 von 5 % der Darlehenssumme oder maximal 2.500,-- € pro Wohneinheit beantragt werden.

 

Außerdem gibt es Zuschüsse durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Für thermische Solarkollektoren-Anlagen richtet sich die Förderung in den meisten Fällen nach der Größe der Bruttokollektorfläche. Für eine Bezuschussung einer Anlage, die auf einem Neubau in Betrieb genommen wird, muss die Bruttokollektorfläche mindestens 20 m² betragen. In diesem Fall wird ein Zuschuss in Höhe von 75,-- €/m2 gezahlt.

 

Biomasseanlagen und Wärmepumpen werden ebenso gefördert: Als Zusatzförderung werden einmalig 500,-- € gewährt.

 

Auf der Seite www.bafa.de werden Förderrechner zur Verfügung gestellt, um die genauen Konditionen zu ermitteln.

 

 

Effizienzhaus bauen - auf die Kosten schauen

Wer ein Effizienzhaus bauen will, muss zunächst auch höhere Kosten einplanen, die durch spezielle Baumaßnahmen entstehen. Egal, ob es um eine zusätzlichen Dämmung von Dachschrägen, Bodenplatten, Fenstern und Türen oder die effiziente Verbauung von Solaranlagen geht: Je mehr Bedeutung Sie der Energieeffizienz beim Hausbau beimessen, umso höher werden die Kosten. Ob sich diese Mehrkosten durch entsprechende Förderungen und den Minderverbrauch an Energie jemals amortisieren, darf in vielen Fällen bezweifelt werden. Eine Bauberatung gibt Aufschluss darüber, was im konkreten Fall sinnvoll ist.